Tischtennis: EM-Silber für Ruwen Filus & Co. / Österreich spricht von „Historischem Plastikball-Cordoba“

Tischtennis: EM-Silber für Ruwen Filus & Co. / Österreich spricht von „Historischem Plastikball-Cordoba“

Normalerweise sollte die Silbermedaille bei einer Europameisterschaft ein Grund zur Freude sein. Doch es kommt immer auf die jeweilige Perspektive an und deshalb hat die von den deutschen Tischtennismännern in Jekaterinburg (Russland) errungene EM-Silbermedaille auch nicht unbedingt einen Freudentaumel ausgelöst. Das liegt immer noch daran, dass das Team von Bundestrainer Jörg Roßkopf, in das auch Ruwen Filus (TTC Fulda-Maberzell) seit etlichen Jahren immer wieder berufen wird, aus kontinentaler Sicht über lange Zeit extrem dominant war. Sechs EM-Titel hintereinander (2007 bis 2013) sprechen eine deutliche Sprache, und Titel Nr. Sieben sollte nun her. Dass man im Vorjahr aufgrund der Verkettung von ungünstigen Umständen im Finale dem Gastgeberland Portugal unterlegen war, schien wie ein kleiner Ausrutscher gewesen zu sein, eine Ausnahme von der Regel, die es in Jekaterinburg wieder herzustellen galt. Doch es kam anders. Gegen im Finale völlig entfesselt aufspielende Österreicher fand das deutsche Team, in dem Timo Boll wegen einer Knieoperation fehlte, mit dem Weltranglisten-Fünften Dimitrij Ovtcharov, mit Patrick Baum und Patrick Franziska kein Rezept und unterlag mit 2:3 Punkten. Ruwen Filus war im Finale nicht am Ball. Für die österreichischen Tischtennisspieler ist es der erste große Erfolg dieser Art, der in den dortigen Medien bereits als „historisches Plastikball-Cordoba“ gefeiert wurde. Gemeint ist damit die Deutsche Niederlage gegen Österreich bei der Fußball-WM 1978 in Argentinien. Was die Tischtennis-EM angeht, so ist der dritte Titelgewinn der deutschen Frauen in Folge ein mehr als schönes Trostpflaster. Und die Österreicher – man sollte es ihnen auch einmal gönnen!