Schwimmen: Leistungsbestätigung und letzte Chance / Sarah Köhler und Jenny Mensing nutzen die German Open für Rio

Schwimmen: Leistungsbestätigung und letzte Chance / Sarah Köhler und Jenny Mensing nutzen die German Open für Rio

Die German Open in Berlin waren für einige deutsche Olympia-Kandidaten die letzte Chance, um noch auf den Zug nach Rio aufzuspringen. Manche Athleten, wie Sarah Köhler oder Marco Di Carli (beide SG Frankfurt), mussten eigentlich nur noch einmal zeigen, dass sie es „drauf“ haben. Andere, wie Alexander Kunert (SV Gelnhausen) oder Jenny Mensing (SC Wiesbaden), die bei der DM nicht gänzlich überzeugt hatten, bekamen die Gelegenheit, sich für die Spiele durch’s Hintertürchen doch noch zu qualifizieren.

Doch beginnen wir mit Sarah Köhler, die gleich zu Beginn der Veranstaltung das Olympia-Ticket über 800m-Freistil lösen konnte. Als Deutsche Meisterin siegte sie in 8:29,15 Min. vor Leonie Antonia Beck (8:37,63/SV Würzburg), die über diese Distanz ebenfalls in Rio antreten wird. Und Köhler gewann auch über 400m-Freistil (4;09,39 Min.) unter Erfüllung der Qualifikationszeit. „Das Rennen war hart, ich fühle mich vom Trainingslager noch sehr müde. Ich bin qualifiziert und das ist das einzige, was hier gezählt hat“, sagte die Frankfurterin im Nachhinein. Demgegenüber konnte sich ihr Vereinskollege Marco Di Carli nicht in Olympiaform präsentieren. Angetreten in der Hoffnung, es mit der 4x100m-Freistilstaffel zu seinen dritten Spielen zu schaffen, blieb der 31-jährige Sportpolizist jedoch hinter den selbst gesteckten Erwartungen zurück; in 49,57 Sek. wurde er Sechster über die 100m. Di Carli zeigte sich vom Lauf der Dinge leer und enttäuscht.

Mensing auf den Punkt fit

Ganz anders die Entwicklung von Jenny Mensing: Bei der DM, die ebenfalls in Berlin stattgefunden hatte, war die 30-jährige Polizeikommissarin über 100m- und 200m-Rücken jeweils Dritte geworden und hatte doch die Qualifikationszeiten für Rio verfehlt. Ein anderes Bild bei den German Open: Bereits über 50m-Rücken war sie, sozusagen zum Einschwimmen, in 28,53 Sek. Zweite geworden, um sich am Folgetag über 200m-Rücken und genau zum richtigen Zeitpunkt zu steigern. In 2:09,18 Min. schwamm Mensing zum Sieg und sagte dazu: „Die Leistung zeigt, dass ich es noch kann. Morgen entscheidet sich über die 100m-Rücken, ob es mit Olympia klappt.“ Und so kam es. Zwar gewann die Dänin Mie Nielsen in 59,22 Sek. das Rennen, doch Mensing war als Zweite in 1:00,53 Min. immer noch schnell genug für Rio. Überhaupt ist sie heuer die schnellste DSV-Schwimmerin über diese Strecke. Freude also bei Jenny Mensing. Und Alexander Kunert? Der Deutsche Meister über 200m-Schmetterling wollte bei den German Open eigentlich nationalen Rekord schwimmen, doch es gelang ihm nicht. In 1:58,61 Min. und als Vierter verfehlte der Mann aus Gelnhausen abermals die Olympianorm.