Schwimmen: Drei Doppelsiege bei DM / Vier Hessen öffnen die Türe nach Rio

Schwimmen: Drei Doppelsiege bei DM / Vier Hessen öffnen die Türe nach Rio

Bei der 128. Deutschen Meisterschaft in Berlin hat sich der hessische Schwimmsport mit neun Goldmedaillen und zahlreichen erfüllten Qlympianormen von seiner besten Seite gezeigt. Mit jeweils zwei Titeln konnten Jan-Philip Glania und Sarah Köhler (beide SG Frankfurt) sowie Weltmeister Marco Koch (DSW Darmstadt) besonders überzeugen.

Koch, der mit leichten Schulterproblemen zu kämpfen hatte, siegte über seine Paradestrecke, die 200m-Brust, in erstklassigen 2:07,88 Min. souverän. Und auch über die 100m-Distanz war der 26 Jahre alte Psychologiestudent in 1:00,22 Min. nicht zu schlagen, wobei er in diesem Fall die Richtzeit für Rio leider verfehlte. Noch besser passte es bei Jan-Philip Glania, der über 100- und 200m-Rücken reüssierte. Auf der kürzeren Distanz siegte der Fuldaer in 53,61 Sek., womit er die Olympianorm genauso unterbot wie in 1:56,01 Min. auf der längeren Strecke. „Rio de Janeiro, I’m coming“, postete er mit drei Ausrufezeichen auf seiner Facebook-Seite. Die dritte im Bunde der hessischen Doppelsieger war Sarah Köhler, die sich über 400m-Freistil in 4:06,65 Min. mit persönlicher Bestzeit durchsetzen konnte; über 800m siegte die 21-jährige Frankfurterin in 8:22,80 Min. und hat noch Luft zu einer Steigerung. Damit hat auch Köhler über beide Strecken die Olympianorm erfüllt. Eine Silbermedaille gewann sie zusätzlich über 200m-Freistil (1:58,58 Min.).

Di Carli zeigt, was er noch drauf hat

Auch für Marco di Carli ist die DM ausgesprochen erfolgreich verlaufen. Der mit 31 Jahren zu den erfahrensten Beckenschwimmern zählende Athlet belegte über 100m-Freistil (48,89 Sek.) den vierten Platz und hat sich damit als Staffelschwimmer für Rio in Stellung gebracht. Über die nichtolympischen 50m-Rücken gewann er in 25,43 Sek. den Titel, und eine Bronzemedaille sprang darüber hinaus in 55,17 Sek. über 100m-Rücken heraus. Grund zur Freude hatte auch die junge Julia Mrozinski (SG Frankfurt) die über 200m-Schmetterling in 2:10,87 Min. Bronze holte und sich für die Junioren-EM qualifizierte. Nachzuträgen wäre der nationale Titel des SC Wiesbaden mit der Freistilstaffel der Männer.

Enttäuschungen mussten derweilen Alexander Kunert (Gelnhausen) und auch Jenny Mensing (Wiesbaden) hinnehmen. Besonders bitter war es für Kunert, weil er seinen Titel über 200m-Schmetterling (1:57,11 Min.) sogar verteidigen konnte, die Olympianorm (1:56,33 Min.) aber nicht schaffte. Mensing konnte sich mit zwei dritten Plätzen über 100- und 200-m Rücken nicht für Rio empfehlen; sie schwamm an den Olympianormen vorbei.

Alle Athletinnen und Athleten, die durch ihre Leistungen bei der DM für Rio nun vornominiert sind, müssen die Normzeiten in abgeschwächter Form noch ein zweites Mal erfüllen, wofür die „Mare Nostrum“-Tour oder die German Open in Berlin Anfang Juli in frage kommen. Als nächste Zwischenstation auf dem Weg nach Rio wartet jedoch die Europameisterschaft in London (9. bis 22. Mai).