Rudern: Olympia-Saison hat mit Weltcup und DM begonnen / Jonathan Koch hat die besten Karten für Rio

Rudern: Olympia-Saison hat mit Weltcup und DM begonnen / Jonathan Koch hat die besten Karten für Rio

Die heiße Phase der Olympiaqualifikation hat auch im Rudern begonnen. Da mag es erstaunen, dass ausgerechnet die besten Athletinnen und Athleten bei der Deutschen Kleinbootmeisterschaft in Köln nicht dabei waren. Da jedoch gleichzeitig ein Weltcup im italienischen Varese auf dem Programm stand, waren die Mitglieder der A-Nationalmannschaft mehrheitlich dort an den Start gegangen; dies betraf u.a. auch die Besatzung des leichten Vierer‘ s ohne Steuermann. Da sich Deutschland in dieser Bootsklasse bisher noch nicht für die Spiele in Rio qualifiziert hat, habe es laut Sven Keßler (FRG Germania) mehr Sinn gemacht, sich in Varese der internationalen Konkurrenz zu stellen, bevor es Ende Mai in Luzern endgültig um die Olympiaqualifikation geht.

Keßler, der es bei der Vorselektion im Rahmen eines Trainingslagers in Portugal auf Anhieb erst einmal nicht in den „Vierer ohne“ geschafft hatte, aber Ersatzmann ist, war in der Alpenstadt deshalb in einem anderen Boot auf Erfolgskurs: Gemeinsam mit Julius Peschel (Eutin) trug er den einzigen deutschen Sieg bei diesem Weltcup im nicht olympischen leichten „Zweier ohne“ davon. Keßler hoft nun, bei Bundestrainer Tim Schönberg noch einmal auf sich aufmerksam gemacht zu haben. „Ich muss hoffen, dass er mich noch mal anschaut und versuchen, mich in Stellung zu bringen.“ Fürs Erste dürfte ihm das gelungen sein.

EM in Brandenburg steht bevor

Demgegenüber sieht es derzeit so aus, als hätte es Jonathan Koch (ebenfalls FRG Germania) bereits in den olympischen Vierer geschafft. Jedenfalls saß er in Varese in diesem Boot, das sich gegen die versammelte internationale Konkurrenz gut behaupten- und den fünften Platz belegen konnte. Damit stellte Deutschland unter den bisher noch nicht qualifizierten Ländern das schnellste Boot, und die Chancen, eine derartige Leistung in Luzern zu wiederholen, stünden laut Keßler sehr gut: Der Vierer, in dem, neben Jonathan Koch, mit Lukas Schäfer (Marburg) aktuell noch ein weiterer Hesse sitzt, habe bis auf weiteres überzeugt. Der einzige Athlet aus dem Hessenteam, der bei der Deutschen Kleinbootmeisterschaft mitruderte, war Jonas Kiltau, der momentan nicht mehr zum ganze engen Kreis der Olympia-Aspiranten zählt. Doch auch für ihn, der im leichten „Zweier ohne“ gemeinsam mit Tobias Schad den zweiten Platz belegte, ist der Zug nach Rio noch nicht ganz abgefahren. Als nächster Zwischenschritt auf dem Weg dorthin wartet die Europameisterschaft in Brandenburg an der Havel Anfang Mai.