Ringen: Nach der WM ist für Pascal Eisele vor der Olympia-Qualifikation / Auch die anderen hessischen Spitzenringer wollen nach Rio

Ringen: Nach der WM ist für Pascal Eisele vor der Olympia-Qualifikation / Auch die anderen hessischen Spitzenringer wollen nach Rio

Während Ringen in Russland, aber vor allem in den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens eine Volkssportart ist, führt es in Europa und auf dem amerikanischen Doppelkontinent eher ein Schattendasein. Es ist noch nicht lange her, dass der archaische Kampfsport aus dem olympischen Programm gedrängt werden sollte, was zum Glück aber nicht geschah, respektive vom IOC nach 208 Tagen wieder rückgängig gemacht wurde. Trotzdem und dennoch: Über wenige Einzelfälle hinaus, und dazu zählt nach wie vor die EM 2011 in Dortmund, die noch vor dem kurzweiligen Olympia-Stopp stattfand, wird über die Sportart Ringen hierzulande wenig berichtet. Vor allem gibt es kaum mal Ausführliches, von fehlenden TV-Übertragungen, die beim Gewichtheben ja durchaus vorhanden sind, einmal ganz abgesehen. Nun hat, eben jetzt, in diesem September, die Weltmeisterschaft der Ringer in Las Vegas stattgefunden. Frank Stäbler (Böblingen) hat im Leichtgewicht (griechisch-römisch) in der Klasse bis 66 Kg die Goldmedaille gewonnen! Für einen deutschen Ringer war es seit 21 Jahren das erste Gold in diesem Stil. Und auch ein Hesse war im heißen Texas dabei. Doch war es nicht so leicht, über Pascal Eisele, der in der Gewichtsklasse bis 75 Kg (Weltergewicht/ebenfalls griechisch-römisch) den 14. Platz belegte, nähere Informationen einzufangen. Am ehesten wurde man noch auf der Homepage des Deutschen Ringer-Bundes fündig oder in Lokalzeitungen wie den Weinheimer Nachrichten. Dort stand zu lesen, dass der 22 Jahre alte Sportsoldat gegen den Palästinenser Rabie Khalil in der ersten Runde „fast einen Blitzsieg“ gelandet hätte.

Konzentration auf die Bundesliga

Nach seiner Rückkehr aus den USA sagte Pascal Eisele der Stiftung Sporthilfe Hessen, dass er sich von der WM zweifellos mehr versprochen habe. Ein fünfter Platz, der nicht ganz unrealistisch gewesen sei, hätte auf dem direkten Weg das Ticket für die Spiele in Rio bedeutet. Doch nach seinem lockeren Auftaktsieg wartete mit dem iranischen Ex-Weltmeister Saeid Morad Abdvali ein ganz harter Brocken, mit dem er nicht gut zurechtkam. „Ich hatte da nur ganz wenig Chancen“, sagt der einzige Hesse, der den Sprung nach Las Vegas geschafft hatte und sich in der nächsten Zeit wieder auf die Bundesliga konzentrieren wird. Das gilt auch für den Freistil-Kämpfer Gabriel Seregelyi (Mömbris-Königshofen/bis 84 Kg), der sich in einem WM-Qualifikationsturnier an der Schulter verletzt hatte, nun aber wieder voll einsatzfähig ist. Der Zug nach Rio ist für beide Athleten keineswegs abgefahren. Im kommenden Frühling warten zwei Weltturniere in Serbien und der Mongolei sowie ein Europaturnier in Istanbul, bei denen es noch einmal um die Olympia-Qualifikation gehen wird. Sehr unklar seien nach Aussage von Sven Thiele, dem Bundestrainer der Freistilringer, die Olympia-Chancen von Felix Radiger (TuS Adelhausen/bis 97 Kg): „Da stehen momentan erst einmal andere Athleten im Fokus, aber das lässt sich momentan alles sehr schwer beurteilen.