Reiten: Team-Bronze bei der EM für Matthias Alexander Rath und Totilas / Die sportliche Karriere von Totilas ist beendet

Reiten: Team-Bronze bei der EM für Matthias Alexander Rath und Totilas / Die sportliche Karriere von Totilas ist beendet

Für Matthias Alexander Rath und Totilas sollte die Heim-EM in Aachen zu einem Triumphzug werden, zu einer Art von sportlichem Aufgalopp, der ein Jahr vor den Olympischen Spielen alles das beinhalten sollte, was von der hoch gehandelten Paarung schon lange erwartet wurde und auch für Rio geplant war – nämlich Gold, Gold und nochmals Gold – mit der Mannschaft, im Einzel und wenn möglich auch in der Kür mit Musik! Dass es schließlich „nur“ die Bronzemedaille in der Team-Prüfung wurde, hängt mit einem Überlastungssyndrom zusammen, das bei dem bildschönen Rapphengst im Wettkampf nicht nur zu Taktunreinheiten am linken Hinterfuß geführt hatte, sondern die sportliche Karriere des teuersten Dressurpferdes der Welt nun frühzeitig beendet hat. Der von vielen Höhepunkten wie perfekt dargebotenen Piaffen und Traversalen gekennzeichnete letzte Autritt des Kronberger Duo`s in Aachen wurde von den Punktrichtern aufgrund der gleichwohl sichtbaren Bewegungsbeeinträchtigung nicht hoch genug bewertet, als dass er der Grundstein zur Titelverteidigung für die deutsche Equipe hätte sein können. Es siegten die Niederlande mit 235,629 Punkten vor Großbritannien mit 234,443 Punkten. Das Quartett um Matthias Alexander Rath, dem weiterhin Kristina Bröring-Sprehe auf Desperados (Dinklage), Isabell Werth auf Don Johnson (Rheinberg) sowie Jessica von Bredow-Werndl auf Unee (Aubenhausen) angehörten, erreichte 231,157 Punkte.

Totilas hat Reitsportfans in aller Welt verzaubert

Wenige Tage nachdem bei dem 15 Jahre alten Totilas ein Knochenödem diagnostiziert wurde, hat die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) am heutigen Dienstag das offizielle Karriereende des Pferdes verkündet. Auf der Homepage des Verbandes wird die von der Familie Linsenhoff-Rath in Abstimmung mit dem Mitpferdebesitzer Paul Schockemöhle herausgegebene Erklärung wie folgt zitiert: „Wie bereits aus vielerlei Quellen bekannt, hat man bei der Untersuchung am vergangenen Wochenende herausgefunden, dass Totilas ein Knochenödem hat. […] Aufgrund dieser erneuten Verletzung haben wir gemeinsam eine Entscheidung gegen den aktiven Sport getroffen. Totilas wird in Zukunft nicht mehr in den Turniersport zurückkehren!“ Diese sicherlich gut abgewogene Entscheidung werden viele Reitsportfans in der ganzen Welt bedauerlich finden. Denn zu schön war es gewesen, wenn Totilas, dieser tierische Modellathlet, mit seiner kraftvollen Eleganz im Dressurviereck brillierte. Selbst Menschen, die sich sonst wenig fürs Dressurreiten interessieren, wollten den Wunderhengst sehen und waren von ihm fasziniert. Auch das Dressurreiten selbst ist durch dieses Pferd ein bisschen populärer geworden. Die Stiftung Sporthilfe Hessen wünscht Matthias Alexander Rath nun viel Glück und Erfolg mit seinen Nachwuchspferden und Totilas eine baldige Genesung und ein noch langes Pferdeleben.