OLYMPISCHE BALLNACHT: Hessische Sportler in Wiesbaden geehrt / Fabian Hambüchen und Dorothee Schneider sind die Sportler des Jahres 2016

OLYMPISCHE BALLNACHT: Hessische Sportler in Wiesbaden geehrt / Fabian Hambüchen und Dorothee Schneider sind die Sportler des Jahres 2016

Im festlichen Rahmen der Olympischen Ballnacht im Wiesbadener Kurhaus wurden zum 15. Mal die Hessischen Sportlerinnen und Sportler des Jahres geehrt. Es war zu erwarten, dass Turnstar Fabian Hambüchen (TSG Niedergirmes) bei den Männern der Glückliche sein würde. Sein geradezu unfassbarer Olympiasieg von Rio am Reck, den er nach Bronze in Peking und Silber in London zum Ende seiner internationalen Karriere doch noch wahr machen konnte, überstrahlte all die anderen Olympiasiege, die es aus hessischer Sicht zu feiern gab. Der Schnellfeuerpistolenschütze Christian Reitz (SV Kriftel), der Gewehrschütze Henri Junghänel (SV Breitenbach) und der Dressurreiter Sönke Rothenberger (Bad Homburg) – sie alle haben Goldmedaillen gewonnen. Dass Hambüchen einmal mehr zum Sportler des Jahres gekürt- und zusätzlich für seine Lebensleistung ausgezeichnet wurde, lag nicht nur an der souveränen Manier seines Sieges von Rio, sondern auch an seinen zahlreichen anderern Titeln, die er im Laufe seiner langen Karriere gesammelt hat. Darunter befinden sich der Weltmeistertitel am Reck von Stuttgart 2007 sowie insgesamt 40 Deutsche Meistertitel. Ministerpräsident Volker Bouffier zeichnete den sportlichen Lebensweg Hambüchens in seiner Laudatio noch einmal nach und sagte: „Als ich Fabian vor fast 20 Jahren das erste Mal getroffen habe, konnte niemand ahnen, wie erfolgreich sein sportlicher Weg werden würde. Eines war mir aber sofort klar: dieser Junge hat etwas besonderes und wird seinen Weg weitergehen.“

Auch Betty Heidler und Saskia Bartusiak erhalten Preis für Lebensleistung 

Bei den Frauen wurde die Dressurreiterin Dorothee Schneider (Frankfurt am Main) geehrt, die nach Team-Silber in London diesmal gemeinsam mit Sönke Rothenberger, Isabell Werth (Rheinberg) und Kristina Bröring-Sprehe (Dinslaken) die Olympische Goldmedaille gewann. Und strahlen konnte auch Hammerwerferin Betty Heidler (LG Eintracht Frankfurt), die ihre sportliche Laufbahn ebenfalls beendet hat. Sie wurde für ihre Lebensleistung prämiert, die nicht nur einen Weltrekord und den Weltmeistertitel von Osaka 2007 ausmacht, sondern auch die Tatsache, dass gerade diese Athletin einen großen Beitrag dazu geleistet hat, den Hammerwurf der Frauen stärker ins Rampenlicht zu rücken. Bemerkungen à la: „Wie jetzt, die Frau ist Hammerwerferin? Die ist ja richtig attraktiv“, gehören auch mit dazu.

Apropos Schönheit: Lisa Mayer (LG Langgöns-Oberkleen), die Hessische Newcomerin des Jahres, ist in Rio nicht nur optisch aufgefallen, sondern auch mit ihrer Leistung. Die 20 Jahre alte Sprinterin verbesserte im olympischen Halbfinale ihre Bestzeit über 200 Meter auf 22,86 Sek. und rannte mit der 4×100 Meter-Staffel auf einen hervorragenden vierten Platz. Doch zurück zu den arrivierten Athletinnen. Saskia Bartusiak, die zurückgetretene Kapitänin der deutschen Fußballnationalelf der Frauen, die in Brasilien Gold gewonnen hat, wurde gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen Kathrin Hendrich, Mandy Islacker, Simone Laudehr und Dszenifer Maroszan vom 1. FFC Frankfurt als Teil der DFB-Auswahl zur Mannschaft des Jahres 2016 gewählt. Auch sie durfte sich für ihre Lebensleistung extra feiern lassen. Bei den Paralympics waren die hessischen Medaillen weniger zahlreich. Neben den Rollstuhlbasketballerinnen mit etlichen Hessinnen im Team, war es die Sportschützin Natascha Hiltrop (SV Lengers), die mit dem Luftgewehr Mixed die Silbermedaille gewann. Trainer des Jahres konnte nur einer sein: Wolfgang Hambüchen, der Vater von Fabian Hambüchen. Nach dem Rücktritt seines Sohnes wird er sich wieder verstärkt dem Nachwuchs in Mittelhessen widmen.