Mit Menschlichkeit zum Erfolg / Evaluationsstudie der UNI-Frankfurt ergibt hohe Zufriedenheit mit der Förderung der Stiftung Sporthilfe Hessen bei den Athleten

Mit Menschlichkeit zum Erfolg / Evaluationsstudie der UNI-Frankfurt ergibt hohe Zufriedenheit mit der Förderung der Stiftung Sporthilfe Hessen bei den Athleten

Es sind grundlegende Fragen, die im Zusammenhang mit dem Thema Stiftungsarbeit immer wieder auftauchen: Landet das gespendete Geld wirklich an der richtigen Stelle, wird es sinnvoll verwendet und sind positive Effekte spürbar, erkennbar oder gar messbar?! Die Stiftung Sporthilfe Hessen (SSH) hat sich genau diese Fragen 14 Jahre nach ihrer Gründung gestellt und dies an einem Punkt, an dem jährlich bereits rund 700.000 Euro ausgeschüttet werden – seit Bestehen der Einrichtung waren es knapp fünf Millionen. Während dieser Zeit hat sich die SSH nicht nur etabliert, sondern konnte die ihr zur Verfügung stehenden Fördermittel seit 2009 auch dank einer Partizipation an den Einnahmen der Glücksspirale kontinuierlich erhöhen.

Vor diesem Hintergrund wurde beim Institut für Sportwissenschaften der Goethe-Universität in Frankfurt am Main eine Evaluationsstudie in Auftrag gegeben, bei der bislang von der SSH geförderte Athletinnen und Athleten einen Online-Fragebogen beantwortet haben, der interessante Beobachtungen und Ergebnisse zu Tage gefördert hat. An erster Stelle steht sicherlich die mit 80 Prozent Zustimmung sehr hohe Zufriedenheit der Befragten mit der Unterstützung durch die SSH im Vergleich zur deutschen Sportförderung insgesamt, wo die Zustimmung bei mageren 34 Prozent lag. Doch woher kommt diese auffallende Diskrepanz? Nach Angaben der Studienteilnehmer ist die hohe Wertschätzung der SSH vor allem auf deren individuelle Art der Förderung zurückzuführen, die besonders zu Beginn von Spitzensportkarrieren „wegweisend“ für die weitere Entwicklung gewesen sei, gaben viele Athleten an. Eine ausschlaggebende Einzelmaßnahme wussten sie jedoch nicht auszudeuten, vielmehr seien alle Erfolgsfaktoren gleichermaßen wichtig, alle Räder müssten optimal ineinandergreifen. Das hat die Stiftung Sporthilfe Hessen ab ihrer ersten Stunde erkannt und deshalb von Anfang an auf eine möglichst vielfältige Förderstruktur abgestellt, die in Verknüpfung mit dem Eingehen auf die persönlichen Lebenslagen der Sportler ihr primäres Alleinstellungsmerkmal ausmacht. Besagte Vielfalt kann auch benannt werden: So fördert die SSH nicht nur die Athleten selbst, sondern auch Trainer und Institutionen, darunter Sportinternate, wie etwa das Skiinternat in Willingen (Upland) und das Haus der Athleten am Olympia-Stützpunkt Hessen (OSP) in Frankfurt am Main. Daraus wird ersichtlich, dass nicht nur die im sogenannten Hessenteam 2016 verorteten Olympia-Kandidaten in den Genuss von Zuschüssen kommen, sondern direkt oder mittelbar auch zahlreiche Nachwuchssportler ab den D-Kadern, was überhaupt den Löwenanteil des SSH-Engagements ausmacht.

Auf soziale Belange wird geachtet

Dass die Förderung in den Spitzensport im Jahr vor Olympischen Spielen und Paralympics jeweils ansteigt, ist aber auch klar. Prof. Robert Gugutzer, der die Evaluationsstudie im Landessportbund Hessen e.V. einem Kreis der Presse vorgestellt hat, machte diesbezüglich jedoch eine Einschränkung: „Einen klaren Zusammenhang zwischen Förderung und Erfolg in der Spitze herauszuarbeiten, das ist eine schwierige Frage.“ Allerdings sei die Mehrheit der Befragten der Meinung gewesen, dass sie ihre Ziele mit Hilfe der SSH-Unterstützung besser und schneller hätten erreichen können. Dass hessische Athletinnen und Athleten bei drei Olympischen Spielen (Athen 2004, Peking 2008 und London 2012) insgesamt 32 Mal Edelmetall gewonnen haben, darunter zwölf Goldmedaillen, ist allerdings ein mehr als vorzeigbares Ergebnis, das sich nach Auffassung von Prof. Dr. Heinz Zielinski, dem Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Sporthilfe Hessen, nicht zuletzt aus der verstärkt in die Jugend und in die Breite gehenden Förderung speise, die im Übrigen auch nicht olympische Sportarten mit einschließt. „Wir halten es beispielsweise für wenig sinnvoll, Sonderprämien für olympische Medaillen auszuschütten. Das entspricht nicht unserer Philosophie.“ Stattdessen betonte Zielinski, dass die Elternhäuser von talentierten Nachwuchssportlern künftig noch weiter entlastet werden müssten. „Wir haben viele Athleten, die sozial nicht gut gestellt sind. Deshalb spielt soziale Bedürftigkeit bei unserem Förderkonzept eine ausschlaggebende Rolle.“ Thomas Neu, Geschäftsführer der Stiftung, nannte im Kontext dieser sehr menschlichen Herangehensweise noch einen weiteren wichtigen Punkt, der von den Geförderten einigen Druck nehme: „Verletzte Athleten schließen wir nicht gleich aus der Förderung aus. Wir geben ihnen die nötige Zeit.

Mehr Öffentlichkeitsarbeit soll Bekanntheitsgrad steigern

Nach beinahe 15 Jahren gibt es bei der Stiftung Sporthilfe Hessen aber auch einige neue Pläne. So wird in Kooperation mit der Stiftung Deutsche Sporthilfe derzeit ein Mentoringprogramm umgesetzt, das die Zeit nach dem Sport erleichtern soll. Dabei geht es um eine Unterstützung beim Berufseinstieg, der nicht immer so reibungslos verläuft wie es bei jenem Teil der Spitzensportler der Fall ist, die innerhalb der Sportfördergruppe der Hessischen Polizei eine Ausbildung durchlaufen und damit, so, wie etwa Freiwasserschwimmer Christian Reichert, im Nachhinein eine berufliche Absicherung im Hintergrund haben. Darüber hinaus soll die Stiftung auch bekannter gemacht werden. „Viele Athleten wissen gar nicht, dass es uns überhaupt gibt“, so Thomas Neu, der die gemeinsam mit dem Institut für Unternehmenskultur (IFU) lancierte Kampagne „Wir für Rio“, die u.a. auch Facebook als Plattform nutzt, für einen Schritt in die richtige Richtung hält. Schlussendlich sei aber auch die gerade veröffentlichte Evaluationsstudie der Goethe-Uni ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur weiteren Optimierung der Stiftungsarbeit. Prof. Zielinski teilt diese Ansicht: “Wir waren sehr gespannt auf die Antworten, freuen uns über die Wertschätzung der Athletinnen und Athleten und wollen unser System zielgerichtet weiterentwickeln.