Leichtathletik: Was für ein Rennen – Gesa Krause holt WM-Bronze und wäre um ein Haar Weltmeisterin geworden!

Leichtathletik: Was für ein Rennen – Gesa Krause holt WM-Bronze und wäre um ein Haar Weltmeisterin geworden!

Es gab da so einen Moment, an der letzten Hürde und kurz danach, da ging Gesa Felicitas Krause im WM-Finale über 3000m-Hindernis in Führung. Es sah ganz danach aus, als würde sie Weltmeisterin werden – so ziemlich jedem, der sich in Deutschland für Leichtathletik interessiert und dieses Finale in der TV-Übertragung verfolgt hat, dürfte der Atem gestockt sein. Und vielleicht auch ihr selbst, denn die Frankfurterin war im Finish einen Moment lang nicht frei, wurde deshalb von der Kenianerin Hyvin Kiyeng Jepkemoi (9:19,11 Min.) und der zweitplatzierten Tunesierin Habiba Ghribi (9:19,24 Min.) kurz vor dem Ziel überlaufen. Wäre die Strecke nur um ein paar wenige Meter länger gewesen, hätte Krause, die zum Schluss kämpfte wie eine Löwin, die Tunesierin noch abfangen können. In 9:19,25 war es am Ende WM-Bronze: Da schlug sie vor Erstaunen über sich selbst die Hände vor die Augen. Ganz sicher vor Glück, aber bestimmt auch, weil der Titel vor ihren Füßen lag und sie nun weiß, wie das geht.

Momente, die man nicht kaufen kann …

Das Laufen ist eine Grundbewegungsart und deshalb hat die Leichtathletik im Kanon der Sportarten neben und nach dem Fußball auch so einen hohen Stellenwert. Eine deutsche Laufmedaille hat es bei bedeutenden internationalen Wettkämpfen schon lange nicht mehr gegeben. Und dann kommt diese junge Frau von Eintracht Frankfurt und klopft mit 23 Jahren schon so leicht bei Dieter Baumann an, der 1992 Olympiasieger im 5000m-Lauf wurde. Lediglich zwei Europäerinnen waren im WM-Endlauf von Peking über 3000m-Hindernis. Eine war davon war Gesa Krause – die weiße Löwin mit der Gazellen-Optik. Sie sagte: „Diesen Moment hatte ich in den letzten Wochen immer wieder vor Augen, weil man weiß, im Sport ist alles möglich und ich bin unfassbar glücklich, dass ich das hier so zeigen konnte. Das sind Momente, die man sich mit keinem Geld der Welt kaufen kann.“