Leichtathletik: Gewinnt Betty Heidler nachträglich Silber, weil Lysenko in London 2012 gedopt war? / Gute Ergebnisse bei Meeting in Dakar

Leichtathletik: Gewinnt Betty Heidler nachträglich Silber, weil Lysenko in London 2012 gedopt war? / Gute Ergebnisse bei Meeting in Dakar

Was war das für ein spannender und fast schon tragischer Wettkampf bei den Olympischen Spielen in London 2012, beim Hammerwerfen der Frauen! Betty Heidler (LG Eintracht Frankfurt) war Weltrekordhalterin und haderte mit dem Schicksal der Mitfavoritin, kam nicht so recht rein in den Wettkampf. Und dann wollten irgendwelche verpeilten Kampfrichter ihren fünften Versuch nicht anerkennen, der ihr nach viel viel Aufregung doch noch die Bronzemedaille einbrachte. Das war ein schlechter Witz, doch nun wird es heftiger, denn Tatjana Lysenko (Russland), die Olympiasiegerin, war allem Anschein nach mal wieder gedopt. Sie gehört zu den acht russischen Sportlern, deren Blutproben von London zuletzt positiv getestet wurden; insgesamt gab es aus verschiedenen Nationen 23 Verfehlungen. Die Bestätigung durch die B-Probe fehlt noch. Die Karriere von Tatjana Lysenko, die stets auf Doping gebaut war (Sperre von 2007 bis 2009) dürfte beendet sein. Und wir wissen nicht, was Betty Heidler empfindet, wenn ihr nachträglich die olympische Silbermedaille hinter Anita Wlocarczyk (Polen) zugesprochen wird, ob sie sich wirklich darüber freuen kann? Hoffentlich schöpft sie wenigstens etwas Motivation für Rio.

Rein sportlich hat die Jurastudentin zuletzt beim World Challenge-Meeting in Dakar (Senegal) mit 71,40m den zweiten Platz hinter Zalina Marghieva (Moldawien) belegt, die bereits ebenfalls eine zweijährige Dopingsperre hinter sich hat. Mit 70,20m landete Kathrin Klaas auf dem vierten Rang.