Leichtathletik: Super Atmosphäre im Vogelnest / DLV-Team so erfolgreich wie lange nicht

Leichtathletik: Super Atmosphäre im Vogelnest / DLV-Team so erfolgreich wie lange nicht

Die Leichtathletik-WM von Peking hat großartigen Sport geboten und war insofern eine gelungene Einstimmung auf die Olympischen Spiele 2016 in Rio. Alleine schon von der Inszenierung her hatten sich die Veranstalter ja so einiges Neues einfallen lassen. Wie der weltbekannte Pianist Lang Lang kurz vor dem 100m-Finale für die Dauer eines Sprints in die Tasten hieb, und dann auch die Art und Weise der Vorstellung der Staffel-Quartetts – das war schon cool und nicht mehr so gigantomanisch chinesisch wie noch bei den Spielen von Peking 2008. Aber das alles wäre nichts ohne die Athletinnen und Athleten, die in diesem eindrucksvollen Stadion ihr Bestes gegeben haben.

Endlich wieder deutsche Laufmedaillen

Natürlich denken wir dabei, wie gehabt, an den Superman Usain Bolt und seine jamaikanische Landsfrau Shelly-Ann Fraser-Price, die beide den 100m-Sprint gewonnen haben, an Ashton Eaton, der im Zehnkampf den einzigen Weltrekord dieser WM aufgestellt hat, an die vielen vielen Kenianer, die in den Laufwettbewerben wie selten zuvor dominant waren (in dubio pro reo) – und jedem Betrachter wird sicherlich noch etwas anderes einfallen. Doch ganz bestimmt auffällig war auch die Tatsache, dass es bei den Frauen in den Laufwettbewerben weiße Europäerinnen aufs Podium geschafft haben. Die niederländische Sprinterin Dafne Schippers, die den 200m-Lauf gewann, gehört genauso dazu wie zwei Deutsche: Cindy Roleder, die im Hürdensprint sensationell Silber holte und Gesa Felicitas Krause von Eintracht Frankfurt, die sich Bronze über 3000m-Hindernis sicherte.

Auch die Hessen können zufrieden sein

Insgesamt acht deutsche Medaillen stehen zu Buche und rechnet man die weiteren Platzierungen noch mit hinzu, dann war kein DLV-Team seit der WM 1999 in Sevilla so erfolgreich. Die mit dem letzten Wurf der gesamten Konkurrenz erzielte Goldmedaille von Katharina Molitor im Speerwurf hätte niemand erwartet, und überraschend war auch die zweite deutsche Goldmedaille durch Christina Schwanitz im Kugelstoßen sowie die Bronzemedaille von Rico Freimuth im Zehnkampf. Silber gab es für den Stabhochspringer Raphael Holzdeppe und den Kugelstoßer David Storl, die beide als Titelverteidiger nach Peking gereist waren, und schließlich noch eine weitere Bronzemedaille durch die Diskuswerferin Nadine Müller. Aus hessischer Sicht ragt die Laufmedaille von Gesa Krause natürlich heraus. Aber auch Claudia Rath, die im Siebenkampf Fünfte wurde, hat auf der ganzen Linie überzeugt; dasselbe gilt für Michael Schrader, dessen siebter Platz im Zehnkampf als Erfolg zu werten ist. Kathrin Klaas und Betty Heidler, die im Hammerwerfen die Plätze sechs und sieben belegt haben, können im Olympiajahr wieder angreifen. Und das gilt auch für die ausgeschiedene Siebenkämpferin Carolin Schäfer, die aus persönlichen Gründen nicht alles zeigen konnte. Die Stiftung Sporthilfe Hessen bedankt sich bei den von ihr geförderten Athletinnen und Athleten für tolle Leistungen und wünscht ihnen eine verletzungsfreie Vorbereitung aufs Olympia-Jahr!