Leichtathletik: Olympia-Aus / Katharina Heinig muss beim Zürich-Marathon aufgeben und beschreibt ihren Kampf gegen die Kälte

Leichtathletik: Olympia-Aus / Katharina Heinig muss beim Zürich-Marathon aufgeben und beschreibt ihren Kampf gegen die Kälte

Es hat also nicht geklappt mit der Olympia-Qualifikation für Katharina Heinig (LG Eintracht Frankfurt). Die 26 Jahre alte Polizeikommissarin, die zuletzt beim Paderborner Osterlauf eine neue persönliche Bestzeit über 10 Kilometer aufgestellt hatte (33:04 Min.), war bestens vorbereitet, um beim Zürich-Marathon die Olympia-Norm von 2:30 Std. zu unterbieten. Doch das Wetter machte der Tochter der früheren Weltklasseläuferin Katrin Dörre-Heinig, die den Frankfurt-Marathon in den 90er Jahren dreimal gewinnen konnte, einen dicken Strich durch die Rechnung. Bei winterlichen Temperaturen um den Gefrierpunkt und heftigem Schneetreiben musste Heinig, die sich zuletzt länger in einem Trainingslager in Kenia aufgehalten hatte, bei km 25 vollkommen unterkühlt aufgeben.  

Die Olympianorm hätte sie wirklich locker laufen können“, sagt Marathon-Bundestrainer Wolfgang Heinig, der von dem Wetterpech, das seine Tochter in Zürich ereilt hatte, am Montagvormittag noch ganz niedergeschlagen war. Und dies umso mehr, als sie nun keine Chance mehr hat, sich für die Spiele in Rio noch zu qualifizieren; die Frist endet am 1. Mai. Katharina Heinig selbst hatte derweilen schon am Sonntag angekündigt, bei der Europameisterschaft in Amsterdam im Juli wieder angreifen zu wollen. Zwar wird dort wegen der Zeitnähe zu Olympia „nur“ ein Halbmarathon ausgetragen. Doch sie hat sich trotzdem vorgenommen, bei dieser Gelegenheit zu zeigen, was in ihr steckt. Das Drama rund um ihren Lauf in Zürich hat sie in eindrucksvollen Worten, die schreiberische Begabung zeigen, auf Facebook gepostet (nachlesbar auch auf der Homepage des Hessischen Leichtathletik-Verbandes).

Für Deutschland werden in Rio voraussichtlich Anna und Lisa Hahner (Fulda) sowie Anja Scherl (Regensburg) im Marathon an den Start gehen. Den Zürich-Marathon gewann die Schweizerin Daniela Aeschbacher (2:47,40 Std.).