Leichtathletik: Neue Dopingfälle bei Olympia 2008 entdeckt / Hochspringerin Ariane Friedrich rückt auf den vierten Platz vor

Leichtathletik: Neue Dopingfälle bei Olympia 2008 entdeckt / Hochspringerin Ariane Friedrich rückt auf den vierten Platz vor

Es sind erst wenige Wochen vergangen, seit Hammerwerferin Betty Heidler (Eintracht Frankfurt) nachträglich die Olympische Silbermedaille von London 2012 zugesprochen wurde. Nachdem bekannt geworden war, dass die Russin Tatjana Lysenko bei ihrem Olympiasieg gedopt war, wurde ihr der Titel aberkannt und die Deutsche rückte um einen Platz auf. Nun sind bei Doping-Nachtests von den Spielen in Peking 2008 insgesamt 16 Athletinnen und Athleten aus verschiedenen Sportarten rückwirkend des Dopings überführt worden, weshalb die Frankfurter Hochspringerin Ariane Friedrich vom siebten- auf den vierten Platz vorgerückt ist. Denn wie sich nun mit einer Verspätung von acht Jahren herausgestellt hat, war das Hochsprung-Finale der Frauen von Peking in massiver Weise von Betrügereien mit leistungssteigernden Substanzen betroffen: Von den damals fünf bestplatzierten Springerinnen hatten drei mit verbotenen Chemikalien nachgeholfen.

Traurige Gewissheit

Neben der Russin Anna Chicherova, der ihre Bronzemedaille bereits im Oktober aberkannt wurde, fallen nun auch die damals viertplatzierte Ukrainerin Vita Palamar und die fünftplatzierte Russin Yelena Slesarenko aus dem Klassement. Sämtlich Athletinnen hatten auf das anabole Steroid Dehydrochlormethyltestosteron zurückgegriffen, das unter dem Handelsnamen „Oral Turinabol“ im DDR-Sport bereits traurige Berühmtheit erlangte. Ariane Friedrich postete dazu auf ihrer Facebook-Seite: „Wie kann ich mich jemals an meine ersten Spiele mit einem guten Gefühl erinnern? Was habt ihr meiner Sportart und mir und Chaunte Howard (nun Bronzemedaille) angetan? Ich bin so sauer, dass ich selbst dies nur schwer in Worte fassen kann.“ Man kann es ihr nachfühlen.