Leichtathletik-EM: Mit Ruhe und Gelassenheit / Betty Heidler holt Silber im Hammerwurf

Leichtathletik-EM: Mit Ruhe und Gelassenheit / Betty Heidler holt Silber im Hammerwurf

Es sieht immer so ästhetisch aus, wenn Betty Heidler in ihrer Mitte ist und sich dann mit dem Hammer um ihre eigene Achse dreht. So war das auch beim EM-Finale am frühen Freitagabend in Amsterdam. Nach einem Strandbesuch und einem Mittagsschläfchen war die 32 Jahre alte Jurastudentin ruhig geworden, wie sie nach dem Gewinn der Silbermedaille hinter der Polin Anita Wlodarczyk einem TV-Reporter verriet. Und diese innere Haltung, die konnte man fraglos in Augenschrein nehmen. Alleine schon, wie sie nach dem ersten Versuch in sich gekehrt auf dem Boden saß. Vor dem zweiten Versuch war eine entschlossene Haltung erkennbar und vor dem Dritten huschte ihr ein Lächeln übers Gesicht. Angedeutet und umgesetzt: Mit 75,77m warf Heidler eine neue Saisonbestleistung und musste sich nicht wirklich sorgen, dass ihr noch eine Kollegin in die Quere kommt, wie etwa Hanna Skydan (73,83m/Aserbaidschan), die am Ende nichts mehr zuzusetzen hatte und Bronze gewann. Dass die Titelverteidigerin und Weltrekordhalterin Wlodarczyk mit diesmal 78,14 wieder eine Klasse für sich war, sieht die EM-Silbermedaillengewinnerin anders: „Man hat da schon erkennen können, dass sie auch nicht unschlagbar ist“, sagte Betty Heidler, die aus ihrer Nervosität während der Qualifikation kein Hehl machte und noch nachschickte, dass die EM ein Test für Rio gewesen sei, was aber klar ist. Noch eine Mütze draufzupacken, das wird dort ihr Ziel sein, darauf arbeitetet sie hin.

Kathrin Klaas scheiterte in der Qualifikation an ihren noch immer anhaltenden Rückenproblemen. Sie hofft nun auf die medizinische Abteilung und auf baldige Genesung, denn auch sie möchte bei den Spielen in Rio das Finale erreichen. (Beide Athletinnen LG Eintracht Frankfurt)