Leichtathletik: DM-Gold für Heidler und Krause / Zwölf hessische Medaillen in Kassel

Leichtathletik: DM-Gold für Heidler und Krause / Zwölf hessische Medaillen in Kassel

Mit Betty Heidler und Gesa Felicitas Krause haben bei der 116. Deutschen Meisterschaft im Kasseler Auestadion zwei Hessinnen aus unterschiedlichen Athletengenerationen ihre Titel verteidigt. Die Ältere, Betty Heidler, steht mit 32 Jahren am Ende einer sehr langen und erfolgreichen Karriere als Hammerwerferin, die sie bei den Spielen in Rio gerne noch einmal mit einer Medaille krönen würde. Und ihre Leistung von Kassel deutet darauf hin, dass dies tatsächlich im Rahmen ihrer Möglichkeiten liegt: Mit einer Weltklasseserie, die in einem Wurf auf die Weite von 75,32m hinaus gipfelte, zeigte sich die Jurastudentin klar dominant; es war ihr elfter nationaler Titel. Für ihre gleichaltrige Dauerkontrahentin Kathrin Klaas endete die Deutsche Meisterschaft wie so oft mit dem zweiten Platz. Dass Klaas ihr in diesem Jahr bereits gezeigtes Potential nicht voll abrufen konnte, sondern mit 69,95m zufrieden sein musste, lag an leichten körperlichen Problemen.

Ebenfalls erwartungsgemäß hat die Jüngere, nämlich Gesa Felicitas Krause, den Titel über 3000m-Hindernis zum zweiten Mal gewonnen. In der Meisterschaftsrekordzeit von 9:31,00 Min. lief die WM-Dritte von Peking 2015 ein wahrlich einsames Rennen, dass sie mit fast 16 Sek. Vorsprung auf die zweitplatzierte Maya Rehberg (Kiel/9:46,58 Min.) ins Ziel brachte. Die 23-jährige Frankfurterin, die sich in der Weltklasse inzwischen etabliert hat, möchte in Rio auf jeden Fall das Finale erreichen und dann eine neue persönliche Bestleistung abliefern. Gesetzt den Fall, dass sie diese Zielsetzung umsetzen kann, was ihr fraglos zuzutrauen ist, könnte vielleicht sogar eine olympische Medaille herausspringen.

Starke Leistungen im Laufbereich

Zu den hessischen Medaillengewinnern bei der DM in Kassel zählen auch der Mittelstreckler Homiyu Tesfaye sowie Lisa Mayer (LG Langgöns/Oberkleen), die über beide Sprintstrecken mit Silber von der Bahn ging. Die 20-jährige Studentin rannte in 22,87 Sek. über 200m hessischen Rekord, wobei sie sich Gina Lückenkemper (Hamm/22,84 Sek.) erst auf den letzten Metern knapp geschlagen geben musste. Auch über 100m gelang Mayer in 11,34 Sek. der Sprung aufs Podest; den Titel sicherte sich Tatjana Pinto (LC Paderborn/11,22 Sek.). Für Homiyu Tesfaye, der sich über 1500m bei internationalen Meetings zuletzt in einer sehr guten Form gezeigt- und die Olympianorm gleich zweimal unterboten hatte, sprang in 3:40,67 Min. hinter Timo Benitz (Nordschwarzwald/3:40,28 Min.) eine weitere Silbermedaille heraus. Aus dem Kreis der hessischen Olympiakandidaten wurde schließlich noch Diana Sujew, ebenfalls über 1500m (4:12,27 Min.), mit Bronze ausgezeichnet. Darüber hinaus haben hessische Athletinnen und Athleten, die nicht dem Hessenteam 2016 der Stiftung Sporthilfe Hessen angehören, noch fünf weitere Medaillen gewonnen: Silber gab es für die erst 18-jährige Eileen Demes (TV Neu-Isenburg) über 400m-Hürden sowie im Hammerwurf für den US-Amerikaner Garland Porter, der für die LG Eintracht Frankfurt startet. Mit Bronze dekoriert wurden Marc Reuther (Wiesbadener LV) über 800m, des weiteren Maryse Luzolo (Königsteiner LV) im Weitsprung und auch die 4x400m-Staffel der Männer von der StG Schlüchtern-Flieden-Obertshausen.

Ariane Friedrich wieder verletzt

Nicht zufrieden sein konnte hingegen die ehemalige Weltklassehochspringerin Ariane Friedrich, deren zunächst durchaus erfolgreich und hoffnungsvoll verlaufenes Comeback nach Verletzungs- und Kinderpause mittlerweile leider ins Stocken geraten ist. Die deutsche Rekordhalterin (2,06m) beendete ihren Auftritt im Auestadion mit übersprungenen 1,84m; vor ihrem dritten Versuch über 1,87m warf sie aufgrund einer noch unklaren Knieverletzung das Handtuch. Ariane Friedrich war tief enttäuscht, möchte ihr großes Ziel Olympia aber noch nicht aufgeben, sondern weiterkämpfen, sofern die neuerliche Verletzung dies zulassen sollte. Und auch Georg Fleischhauer konnte über 400m-Hürden (52,26 sek.) als Sechster nicht überzeugen. (Alle Athletinnen und Athleten ohne Vereinsnennung LG Eintracht Frankfurt).